Klaus Kinski

Wer fragen über die Nebenrollen sowie den Regisseuren von Bud Spencer & Terence Hill Filmen hat, ist hier genau richtig.

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Re: Klaus Kinski

Beitragvon San Antonio » Samstag 8. August 2015, 02:52

Was ich mich schon länger mal frage...
Wenn der wirklich so eine Ar.sch-krampe war als Mensch und Vater, und KiFi dazu, warum haben dann noch sämtliche drei Kinder, auch die beiden mitgenommensten, die Töchter, noch immer den Nachnamen ihres Vaters?
Sollte man nicht eigentlich erwarten, dass man den Namen eines angeblich derartigen Dreckstücks und verhassten Typen nicht schnellstmöglich und bei erster Gelegenheit ablegt, etwa bei einer Heirat?

Mein Stiefvater, was mich angeht, hat zwar niemals irgendwelche sexuellen Übergriffe gestartet, aber ihm saß, bis ich so 16/ 17 war, die Flosse bei jeder Gelegenheit reichlichst locker, begleitet von emotionaler Kälte- für ihn zählte nur ein Dach über 'm Kopp, was zu essen auf 'm Tisch und anständige (also saubere und ganze) Klamotten. Außer 'm bisschen Spielzeug und 'ner harten Hand brauchen Kinder nicht mehr... So seine von seiner Mutter 1:1 übernommene Maxime.
Mit steigendem Alter dann kam er doch endlich mal zu gewissen Einsichten und änderte sich, jedoch trat er mir 2008 gemeinsam mit seinem Herrn Sohn, meinem Halbbruder, was der stets besonders betonte, so richtig final in den Ar..., als sie mir, als ich ein Wochenende bei meiner Freundin war, die komplette Wohnung ausräumten und nur den Kram da ließen, den sie nicht mehr brauchten. Fernseher weg, Anlage weg, alles...
Und ich alleine mit einer Wohnung voller Umbauten, die mein Alter ohne Absprache mit der Wohnungsgesellschaft gemacht hatte, Kündigung derselben, weil Keule zudem noch die letzten drei Monatsmieten eingesteckt hatte, und zudem weder die abgesprochenen Zahlungen für Gas noch für Strom geleistet hatte. Wie auch, kassierte er doch gemeinsam mit seiner Schnecke beim Jobcenter eine Sperre nach der anderen (waren meine Mitbewohner, aus zwei gesagten Wochen wurden dann etwa zwei Jahre...)...
Dadurch, und dass die Gesellschaft die Wohnung selber wieder herstellen musste, hatte ich dann 20.000 € Schulden anne Backe, musste 2008 ins betreute Wohnen, weil ansonsten obdachlos, das Privat- Insolvenzverfahren ist soeben zu Ende- noch ein Jahr Wohlverhaltensphase, und ich habe diesen Dreck endlich hinter mir.
Wie auch immer, und wenn das auch alles mehr als Mega- Schice war und die Drecksmeschpoke für mich auf der Stelle tot für alle Ewigkeit war (mein Bruder ließ dann auch seine soeben schwanger gewordene Freundin sitzen und hing Papa weiter am Ar..., der sich seinen Lebtag einen Dreck um ihn geschert hatte und ihn punkt 18. Geburtstag vor die Tür gesetzt hatte...)- so schlimm wie wiederholte sexuelle Übergriffe war das irgendwie nicht so.

Und was habe ich dennoch gemacht?
Sobald ich konnte diesen Drecks- Nachnamen dieses Vollspacken, der mir auch zu Schulzeiten nur Hänseleien einbrachte, abgelegt. Und zur Hochzeit mit meiner Frau deren ehemaligen Mädchennamen als Familienname angenommen (sie aus erster Ehe "Müller"), aus "Belz" *würg* wurde "Menz"...

Und vor diesem vergleichsweise lächerlichen Hintergrund im Gegensatz zur Story der Kinski- Töchter (Nastassja wollte ja von ihrem Paps auch nie wieder was wissen) frage ich mich folgendes:
- War das Behalten des Namens dann doch lukrativer und wog die erlittene Schmach, Misshandlung und was auch immer auf, oder
- War das dann eventuell doch nicht alles so schlimm, sondern war nur willkommene Publicity, mit so einem durchgeknallten Vater, als armes Opfer, um sich um vieles besser zu verkaufen, als hieße man Moussa, und wie auch immer der Mann von Pola heißen mag?

Sollte sozusagen der Name alles erlittene zurückzahlen und wurde darum behalten, oder waren die tatsächlich gebackenen Brötchen nicht doch in der Tat Brötchen, und keine Brote, wie die aufgetischten?

Ich als genannte Damen hätte aber SOFORT, so früh wie möglich und AUF DER STELLE den Namen Kinski aus meinem Leben soweit weg verbannt wie nur irrrrrgend möglich, und würde SICHER nicht mein komplettes bisheriges Leben weiterhin, und das trotz Ehe weiterhin betont, damit rumgelaufen sein, wenn das alles so schlimm wie beschrieben war. Oder sehe ich da grundsätzlich was falsch?
Der Paps hatte sicherlich den einen oder anderen Sprung in der Schüssel, aber so schlimm kann es ja dann irgendwie doch nicht gewesen sein, oder? Oder sehe ich das alles zu eng, kann kleinere, wenn auch schlimme, Vergehen, nicht so leicht verzeihen?

Ich finde, das beißt sich mächtig was!
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Re: Klaus Kinski

Beitragvon Spaghetti-Tiger » Sonntag 9. August 2015, 15:10

San Antonio hat geschrieben:Sollte sozusagen der Name alles erlittene zurückzahlen und wurde darum behalten (...) ?
Der Paps hatte sicherlich den einen oder anderen Sprung in der Schüssel, aber so schlimm kann es ja dann irgendwie doch nicht gewesen sein, oder? Oder sehe ich das alles zu eng, kann kleinere, wenn auch schlimme, Vergehen, nicht so leicht verzeihen?


Ich denke schon, dass es aus Sicht von Pola Kinski (vorausgesetzt, die hat die Wahrheit geschrieben) schlimm genug war.
Und wenn sie nicht mehr den Namen Kinski tragen würde, hätte sich das Buch bestimmt nicht so gut verkauft. Insofern taugte der Name sozusagen schon dafür, das Erlittene zurückzuzahlen. Ich kann es daher absolut nachvollziehen, dass zumindest Pola den Namen behalten hat. Warum es die beiden anderen Kinder tun, dürfte auch klar sein: Für sie ist es zwar keine Entschädigung, aber auch für sie taugt der Name nach wie vor als Türöffner bzw. Statusbewahrer.

Nochmal zu Pola: Ihr Buch hat dem Thema Kindesmissbrauch wieder zeitweise Aufmerksamkeit verschafft, und das ist gut. Leider schläft das Thema natürlich wieder ab und zu ein, bis dann wieder der nächste Fall bekannt wird. Das Problem besteht ja leider nach wie vor. Aber Pola Kinski hat durch ihr Buch das Thema wahrscheinlich mehr in den Fokus gerückt als es die Autobiografie der Tochter eines Nicht-Prominenten hätte schaffen können. Wenn man durch einen berühmten Namen auf einen Missstand aufmekrsam machen kann, halte ich das für legitim.
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Re: Klaus Kinski

Beitragvon San Antonio » Dienstag 11. August 2015, 01:39

Ja, das durchaus, auch die Sache mit dem Türöffner leuchtet ein...
Aber wenn ich SO übel misshandelt worden wäre (wir/ ich habe/n zuhause ja "bloß" jahrelang bei jedem Anlass Kloppe gekriegt...), dann wäre mir doch jeder mögliche Ruhm und jegliche geöffnete Tür doch echt egal! Wenn es SO schlimm war, dass ich Jahrzehnte später noch ein Buch drüber schreiben muss, ich weiß nicht...
Ich hätte den Ehrgeiz gehabt, es auch mit anderem Nachnamen zu schaffen als Schauspielerin whatever- nur beachtet zu werden, weil ich heiße wie mein meschuggener Erzeuger- nein. Klar verschwindet das erlittene nicht mit einem anderen Nachnamen, aber es hilft ungeheuer, den eigentlich nötigen Abstand zu gewinnen.
Und jeden Tag, jeden Tag durch meinen Nachnamen immer wieder und immer wieder daran erinnert zu werden, was war, da müsste ich schon ein ganz hoffnungsloser Masochist sein...
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